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Monchique entdecken. Berge von Geschmäckern

Die Kostbarkeiten von Monchique entdecken

Von der Terrasse des Hauses von Dr. Jean Ferran, auf einer Höhe von 850 Metern, liegt der höchste Gipfel von Monchique nur einen kurzen Spaziergang von seinem Garten entfernt. Der 68 Jahre alte Franzose war ein Allgemeinmediziner und homöopathischer Arzt in Frankreich, bevor er 1982 hierhin auf dem Berg mit seiner verstobenen Frau Anna gezogen ist. Zusammen haben beide ein Geschäft zur Vermietung und Verwaltung von Immobilien in der Region aufgebaut, in dem er noch heute aktiv involviert ist, obwohl es heute von seiner Tochter Anne-Marie geleitet wird.

Allerdings ist Jean Ferran an der Algarve besser bekannt als Bailli Provincial der Chapitre of Chaîne des Rôtisseurs de l`Algarve (internationale gastronomische Vereinigung). Also, wer könnte uns besser über die Köstlichkeiten der Bergkette, die Jean als sein zu Hause nennt, aufklären, als er selbst?

Das V Life Magazin traf sich mit ihm im A Tasca do Petrol, ein bescheidenes, aber populäres Speiselokal am Fuße des Gebirges, in der Nähe der Kleinstadt Marmelete. Es ist bei den Küchenchefs sehr beliebt, unter diesen der Küchenchef Hans Neuner vom Ocean Restaurant im VILA VITA Parc. Die echte gute Landküche aus der Serra de Monchique ist dort zu Hause und im Menü überwiegen die Gerichte mit Schweinefleisch. Als wir uns mit Jean trafen, starteten wir mit einer Vorspeisenplatte (vom Schwein!) mit Ohr, Leber, Blutwurst und Chouriço-Wurst. Anschließend kam das Cozido de Couve (Kohl-Eintopf), eine Portion des sagenhaften Assadura (gegrilltes Filet Secreto vom Iberico-Schwein) sowie gebratenes Pernil (gebratene Schweinskeule), mit knusprigen und gebratenen neuen Kartoffeln. Das Menü beinhaltet auch Lamm-, Hähnchen- und auch Fischgerichte, aber man hat sich auf Schweinefleisch spezialisiert, von der Nase bis zum Schwanz. Das Restaurant wird von Familie Nunes geführt; die Brüder Pedro und Oswaldo sowie ihre Schwester Nélia, letztere im Amt der Küchenchefin.

Jean erzählt uns, dass die Bergkette von Monchique seit langem für ihre Produkte aus Schweinefleisch bekannt ist und diese jährlich bei der Feira dos Enchidos (Traditionelle Wurstmesse) im März, gefeiert werden.

Der luftgetrocknete Schinken aus Monchique ist eines der bekanntesten Produkte und mild im Geschmack, da gekonnt gesalzen und gereift, während die traditionellen Würste, wie die Chouriço und Morcela, ebenso wichtige und geschätzte Delikatessen im kulinarischen Angebot dieser Gebirgskette sind. Wir besuchten die Schweinezucht in Sítio da Serra de Monchique, die auch eine Wurstfabrik unterhält. Als zertifizierte Erzeuger des Iberischen Schweins, betreiben die Besitzer dort einen eindrucksvollen Räucherraum, in dem tausende Würste zum Pökeln über dem Holzfeuer auf dem Boden hängen. Die Schweinekeulen werden in den Kühlkammern gelagert und gesalzen, dann lässt man sie in Ruhe trocknen und reifen. Draußen werden die Schweine in geräumigen Laufställen aufgezogen und baden glücklich in Schlammpfützen, wie es die Schweine lieben.

Monchique ist auch wegen seiner Piri-Piri-Hähnchen-Restaurants bekannt. Das Hähnchenfleisch selbst unterscheidet sich nicht von dem, das in den Restaurants weiter unten, an der Küste bestellt werden kann. Aber das Besondere hier sind die knackigen Salate und die köstlichen Pommes Frites, die von lokal angebauten Produkten zubereitet werden. Auch die wundervollen Aussichten machen aus dem Hähnchen-Mittagessen im Gebirge eines der beliebtesten Wochenendausflüge vieler Küstenbewohner.

Weniger bekannt, aber schwer vor Ort zu kaufen, sind die erstklassigen Pilze, die in den Eichenwäldern von Monchique wachsen, insbesondere Pfifferlinge und Semmelstoppelpilze (Pied de Mouton). In einer kleinen Hinterstraße in Monchique bekommt der sogenannte Pilzkönig, José Páscoa, die Pilze von den Einwohnern geliefert, die sie im Gebirge pflücken.Von hier aus finden die Pilze ihren Weg zu Fachgeschäften und Gourmet-Restaurants in ganz Europa.

Wenn es jedoch ein Produkt gibt, das wirklich als Teil der kulturellen Identität von Monchique angesehen werden muss, ist es das Medronho, Ergebnis einer uralten Kunst des Brennens von Aguardente (Schnaps) aus den Beeren des Erdbeerbaums (auch bekannt als Walderdbeeren). Während der Monate Oktober und November werden diese gepflückt und natürlich gegärt, bevor der Destillierungsprozess im folgenden Frühling in den traditionellen Kupfer-Destillierapparaten, die sogenannten Alambiques, beginnt.

Jean, der ein Mitglied der Monchique Medronho-Bruderschaft ist, organisiert für uns eine Besichtigung zum Monte da Lameira, die Destillerie von João Paulo Nunes, die sich im Tal an der Nordwand des Gebirges in der Nähe von Alferce befindet. Hier reift das Destillat in Kastanienfässern, aus dem ein besonders milder, leicht gefärbter Medronho entsteht. Der Alkoholgehalt beträgt fast 50% und daraus kann auch eine weniger starke Likörversion, die Melosa, produziert werden, die mit lokalem Honig gesüßt wird.

Im Laufe der Generationen hat man wenig an den Herstellungstechniken geändert, aber seit João die Destillerie von seinem Vater übernommen hat, sorgt er dafür, dass die gesetzlich vorgegebenen Gesundheits-und Sicherheitsstandards erfüllt werden.

Ebenfalls ein Besuch wert ist das Loja do Mel e Medronho (Honig- und Medronho-Geschäft) am Hauptplatz der Stadt Monchique. Es wurde 2011 als ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen den Verbänden der Honig-und Medronho-Hersteller von Monchique eröffnet und verkauft ein breites Sortiment an Medronho. Neben den präsentierten Medronho-Flaschen sind die Fotos der jeweils verantwortlichen und zugelassenen Schnapsbrennern der Region ausgestellt. Unter den vielen Sorten Honig, die hier geboten werden, findet man den eher seltenen Medronho-Honig, der aus dem Blütennektar des gleichnamigen Erdbeerbaumes entsteht. Hier finden wir auch Konfitüren aus verschiedenen Fruchtsorten, natürlich einschließlich der Medronho-Beere. Dieses bescheidene Geschäft mit seinem traditionellen Alambique vor der Türe und seiner bunten gefliesten Fassade bietet eine ausgezeichnete Einführung in diese traditionellen Produkte.

Wir beenden den Tag bei einem Kaffee auf der Terrasse von Jean. Von hier oben erscheint uns die Algarve unten fast unwirklich, wie ein bunter Wandteppich, der vor uns sich ausbreitet. Die Menschen in diesem Gebirge sind sehr stolz auf ihr Zuhause und lieben ihre Erzeugnisse und Spezialitäten, die jeden Ausflug hier oben zu einem Genuss und Vergnügen machen.

(Text by Patrick Stuart. First published on VLife Magazine #6)