Aus dem Meer

Jedes Jahr gelangen 22 Millionen Tonnen Plastik in den Ozean, doch gibt es viele Ideen zur Abhilfe: für Adriana Mano aus Braga war „Zouri“ die Originellste.

Die portugiesische Marke für vegane und minimalistische Schuhe verwendet für ihre Sohlen Müll, der im Rahmen von freiwilligen Säuberungsaktionen an nationalen Stränden aufgesammelt wird.

Zwischen der Idee und der Produktion der ersten Modelle lagen zwei Jahre, bis 2019 die ersten Zouri-Turnschuhe aus Plastikabfällen und recyclbaren Materialien auf dem portugiesischen Markt erschienen.

„Zouri ist ein Unternehmen mit einem ausgeprägten nachhaltigen sozialen Effekt. Wir sind mehr als nur eine Marke, die sich mit umweltverträglichen Materialien und fairem Handel befasst“, so Mano. Bereits im ersten Jahr ihres Eintrittes auf dem Markt verkaufte Zourie 2.900 Paare – davon mehr als 80% allein durch Direktverkäufe aus der Fabrik in Guimarães über die Internetpräsenz der Marke. Entsprechend hoch wurden die Ziele für das aktuelle Jahr gesteckt: die Steigerung des Verkaufes auf 25.000 Paare durch den Startschuss für Investitionen im Einzelhandel und die Internationalisierung der Marke.

Akademisch befasste sich Mano mit Management, Marketing und Design. Nach ihrem Studium arbeitete sie sechs Jahre lang als Marketing- und Produktleiterin in der Schuhbranche. Das Wissen, das sie sich dabei im Bereich von „technischem und sportlichem Schuhwerk“ aneignete, befähigte sie schließlich zu einer methodischen Herangehensweise, denn sie erhielt praktische Einblicke in die besten Techniken, alle Materialien und ihre Eigenschaften. Manos Expertise geht einher mit ihrer Leidenschaft für Umwelt und Aktivismus und deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis ihre Gedankenspiele in der nachhaltigen Schuhmarke mündeten. „Wenn wir einen Aktivisten in uns tragen, fühlen wir uns angetrieben, das, woran wir glauben, mit dem zu verbinden, was wir tun.“

Der Name „Zouri“ wurde von den typischen japanischen Kimono-Sandalen inspiriert. „Ihr minimalistisches und zeitloses Design sollten unsere Modelle stets aktuell erscheinen lassen, jetzt und noch in 20 Jahren. Aus der Perspektive von Slow Fashion sollten nicht alle sechs Monate Schuhe ersetzt werden müssen“, erklärt sie. Der Prozess ist komplex und langwierig, aber das Ergebnis sind einfache und einzigartige Kreationen. Das dabei verwendete Plastik wird von Freiwilligen an mehreren Stränden in Nordportugal gesammelt, gewaschen, zerkleinert und mit Naturkautschuk in die Sohle eingearbeitet: „Jedes Paar, das wir herstellen, entfernt das Äquivalent von sechs Plastikflaschen von unserer Küste“, erläutert Mano. Neben Naturkautschuk werden die Schuhe aus Materialien wie Bio-Baumwolle, Leinen, Hanf, Ananasblätter oder sogar Apfelschalen hergestellt. Alle Ressourcen sind fair gehandelt. Den meisten davon ist die Besonderheit gemein, dass sie in Europa produziert werden, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Etwas mehr als ein Jahr nach ihrer Einführung umfasst die Kollektion bereits 40 verschiedene Sandalen und Turnschuhe.

Im Oktober 2019 verlieh die Europäische Investitionsbank Zouri den zweiten Platz in der Kategorie „Europas bestes Kreislaufwirtschaftsprojekt“. Laut Mano war die Auszeichnung vor allem „dem gemeinsamen Einsatz von Schulen, Nichtregierungsorganisationen und portugiesischen Gemeinden zu verdanken“. Der Umwelt zuliebe, fördert die Marke mehrere bewusstseinsbildende Aktivitäten: „Neben der Planung von Strandsäuberungen führen wir im Laufe des Jahres eine Roadshow zu mehreren Schulen durch, um junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Wir besuchen drei Schulen pro Monat. Unserem Engagement liegt entsprechend eine starke pädagogische Komponente zugrunde“, erklärt sie.

Langsam aber sicher hat die Modeindustrie die Bedeutung von Nachhaltigkeit erkannt und in sie investiert. Und Portugal steht an der Spitze dieser Bewegung. An der Algarve sind Schuhe aus dem Hause Zouri in VILA VITA Parcs V-Life Store erhältlich.